Pilgerweg | Loccum - Volkenroda | Ein neuer Weg auf alten Spuren

[02] Heiligenstadt - Bursfelde

Rubrik:Alternativwege mit dem Rad
Länge:52,97 km

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Informationen zur Tour

Das Kloster Bursfelde

Das Kloster Bursfelde

Der Pilgerweg Loccum-Volkenroda ist ein Fußpilgerweg.

Bitte beachten Sie: Die Wegqualität entspricht nicht immer den Standards eines ausgewiesenen Radweges und ist insbesondere bei schlechten Witterungsverhältnisse nicht gut.


2. Etappe Heiligenstadt - Bursfelde

Ab Heiligenstadt folgen wir dem Leineradweg über Uder, Kirchgandern bis nach Friedland. Zu empfehlen sind Abstecher zum Gut Besenhausen direkt an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Niedersachsen sowie zum Lager Friedland.

Grenzdurchgangslager Friedland

Das Grenzdurchgangslager, nach dem Zweiten Weltkrieg für vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland errichtet, wurde von der britischen Besatzungsmacht gegründet und am 20. September 1945 in Betrieb genommen. Das Lager bestand aus ehemaligen Stallgebäuden sowie Baracken und Nissenhütten. Die Lage Friedlands am Grenzpunkt der drei Besatzungszonen (Niedersachsen - britisch, Hessen - amerikanisch und Thüringen - sowjetisch) und an der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hannover und Kassel bzw. Bebra war für die Anlage eines Flüchtlingslagers besonders geeignet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Lager Hunderttausende Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft auf. Heute dient es als Anlaufstelle für Aussiedler aus Osteuropa.

Wir verlassen jetzt das Leinetal und überwinden die Berghänge und Höhenrücken zwischen Leine und Weser in Richtung Bursfelde. Dies sind der untere Hang des Hohen Hagens und der des Bramwaldes. Unsere Route durch die Bachtäler dieser Landschaft umgeht steilere Abschnitte des Pilgerweges und erlaubt ein angenehmes Fahren. Wir queren die neue Autobahn von Göttingen nach Halle und folgen ihr auf einer parallel verlaufenden schwach befahrenen Landesstraße und dann auf einem Wirtschaftsweg bis Mariengarten.

Kloster Mariengarten

Es wurde 1245 auf Veranlassung des Hochstifts Mainz vom Kloster Beuren, nahe Leinefelde im Eichsfeld, gegründet. Von der einstigen Klosteranlage sind nur noch die einschiffige Kirche mit Krypta und ein Klosterhaus aus dem 14. Jahrhundert erhalten. In diesem sind noch 24 Nonnenzellen vorhanden. Die weiteren Gebäude stammen erst aus nachreformatorischer Zeit. Das Kloster Mariengarten kann leider nicht besichtigt werden.

Bei Mariengarten queren wir die Dramme und folgen der Landesstraße 564 Richtung Jühnde, unterqueren die Autobahn A7 und biegen nach einem Kilometer nach Südwesten in einen Feldweg ein. Der Weg steigt im Waldgebiet Emme durch Tiefetal stetig an in Richtung Jühnde. Jühnde ist als Bioenergiedorf bundesweit bekannt. Unser Weg führt nahe an der Anlage vorbei. Nachdem wir Jühnde verlassen haben, folgen wir nicht dem Pilgerweg über den Hohen Hagen, sondern wählen den sanfter ansteigenden Weg über die Wasserscheide Leine / Weser zum Schedetal und folgen ihm bis zum gleichlautenden Ort Scheden. Von Scheden aus erreichen wir über Varlosen den Ort Löwenhagen und treffen dort auf das Niemetal, das uns abwärts schnell nach Bursfelde führt. Von Varlosen aus besteht die Möglichkeit, den Exkurs des Pilgerweges nach Bühren zu nehmen und dort die Kreuzsteine und die Kirche zu besichtigen.

Kloster Bursfelde

Das Kloster Bursfelde wurde als Benediktinerabtei 1093 von Graf Heinrich dem Fetten von Northeim als Grablege und Stätte des Gebetsgedenkens gestiftet. Als materielle Ausstattung wurde dem Kloster bei der Gründung Besitz in rund 20 Dörfern der Umgebung übertragen. Durch das Aussterben der Grafen von Northeim in männlicher Linie im Jahre 1144 geriet Bursfelde in eine schwere Krise. Das Kloster erlebte im 14. und 15. Jahrhundert erneut einen Niedergang, bis Abt Johannes Dederoth 1438 die als Bursfelder Kongregation bekannt gewordene Reformation begann. Heute lädt das Geistliche Zentrum Kloster Bursfelde ein zur Entdeckung und Einübung geistlichen Lebens in Gruppen bei Seminaren und Gottesdiensten. Die Hannoversche Landeskirche ist der rechtliche Träger. Seit 1828 wird jeweils ein Professor der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen zum (evangelischen) Abt bestellt.

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