Pilgerweg | Loccum - Volkenroda | Ein neuer Weg auf alten Spuren

[01] Volkenroda - Heiligenstadt

Rubrik:Alternativwege mit dem Rad
Länge:61,35 km

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Informationen zur Tour

Kloster Volkenroda

Kloster Volkenroda

Der Pilgerweg Loccum-Volkenroda ist ein Fußpilgerweg.

Bitte beachten Sie: Die Wegqualität entspricht nicht immer den Standards eines ausgewiesenen Radweges und ist insbesondere bei schlechten Witterungsverhältnisse nicht gut.


1. Etappe Volkenroda - Heiligenstadt

Kloster Volkenroda

Auf den Grundmauern einer ehemaligen Pfalzburg gründeten in Volkenroda im Jahr 1131 Zisterziensermönche aus Altenkamp das Kloster Volkenroda. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster stark zerstört, anschließend kurzzeitig wieder hergestellt, 1540 aber aufgehoben. Die Gebäudereste wurden teilweise landwirtschaftlich genutzt. Die Klosterkirche war bis 1968 evangelische Kirche des Dorfes, bevor sie wegen Baufälligkeit geschlossen wurde. Das Dorf wurde zur "Absiedelung" vorgesehen, es wurden keine Investitionen mehr vorgenommen. Die ehemalige ringförmige Klostermauer aus Bruchsteinen und ein Steintor von 1574 sind bis heute erhalten geblieben. Im Rahmen der EXPO 2000 in Hannover wurde Volkenroda zum Lebensform-Projekt des Freistaates Thüringen. Der Christus-Pavillon der evangelischen und katholischen Kirche auf der EXPO wurde in Volkenroda wiedererrichtet und wird seither durch die Jesus-Bruderschaft dauerhaft genutzt.

Der Weg verlässt südlich Volkenroda Richtung Körner, und schwingt auf einen als Radweg umgenutzten Bahndamm, welcher direkt nach Mühlhausen führt.

Mühlhausen

In der ehemaligen freien Reichsstadt Mühlhausen wurde der Anführer des Bauernkrieges Thomas Müntzer gefangengesetzt und enthauptet. Später trat der junge Johann Sebastian Bach die Kantorenstelle der Marienkirche an, deren Kathedralbau von weitem sichtbar ist. Überhaupt lohnt sich ein Spaziergang durch die weitgehend erhaltene mittelalterliche Innenstadt von Mühlhausen.

Wir verlassen Mühlhausen in Richtung Norden immer entlang des Unstrut-Radweges. Kurz vor dem Ort Zella quert die Straße den Mühlhäuser Landgraben und damit die Grenze zum katholischen Eichsfeld. Weiter geht es  über Dingelstädt zur Unstrutquelle bei Kefferhausen. Nach einer Steigung erreichen wir die größte Anhöhe der ersten Etappe. Eine Kapelle bei der Wüstung Werdigeshausen lädt zum Verschnaufen ein und erlaubt eine schönen Rückblick in das obere Unstruttal. Nach einer rasanten Abfahrt ist der Zielort unserer ersten Etappe, das Heilbad Heiligenstadt, bald erreicht.

Heiligenstadt

Schon in der Phase der von Mainz ausgehenden Missionierung des 9. Jahrhunderts wurde Heiligenstadt zum kirchlichen Zentrum des Eichsfeldes. Seit der Zuordnung der Reliquien mehrerer Heiliger (Sergius, Martin, Bacchus, Aureus, Justinus) ist der Ort zur „Stadt der Heiligen" geworden. Die herausragende kirchliche Einrichtung im Mittelalter bis zur Säkularisation war das um 960 begründete Chorherrenstift St. Martin, u. a. von Kaiser Heinrich II. 1022 mit zahlreichen Gütern beschenkt. Nach Bauschäden an der auf der zentralen Erhebung der Stadt errichteten romanischen Kirche St. Martin wird um 1276 mit der 200 Jahre dauernden gotischen Umgestaltung begonnen. An der Südseite der Kirche befand sich ein Kreuzgang mit Konventsgebäuden für die Augustiner-Chorherren, der noch auf einer Zeichnung von Heiligenstadt im Jahr 1648 sichtbar ist. Mit dem Übergang des Eichsfeldes 1803 an Preußen wurde das Chorherrenstift aufgelöst und die Kirche St. Martin der evangelischen Gemeinde übertragen.

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